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DIE
ERDE
Die Erde - ein simples Wort
für ein unfassbar komplexes Phänomen - ist voll atemberaubender
Schönheit. Doch Worte werden zu Routinen. Irgendwann bezeichnen
sie etwas, von dem eigentlich keiner weiß,
was es wirklich ist.
Wittgenstein schrieb einmal:
"Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie
ist". Manch alte Kulturen konnten ihre Existenz auf der Erde
nur fassen, indem sie sich vorstellten, dass die Erde von einer
Schildkröte oder von fantastischen Tieren getragen wurde.
Für die vormittelalterlichen
Menschen war die Erde noch eine Scheibe, von der sie jederzeit herunterfallen
konnten, und für manch moderne GeologInnen besteht sie nur
aus Gesteinsschichten und Bodenschätzen,
die ihren Entstehungsprozess widerspiegeln.
Für den Astronauten Armstrong
war es ein so beeindruckendes Bild, als er zum ersten Mal die Erde
in ihrer blauen Pracht im dunklen All schweben sah, dass dieser
Anblick sein ganzes Leben veränderte.
Heute scheinen diese Bilder
keine Bedeutung mehr zu haben. Für einen Teil der Menschen
ist die Erde nur eine alte, abgelatschte Fußmatte, die man
gerade so weit schätzt, als sie Parkplätze und Erholungsgebiete
zur Verfügung stellt. Doch für die Erde geht es ums nackte
Überleben.
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