|
|
MOBILITÄT
München zählt mit
rund 1,3 Millionen Einwohnern auf 311 Quadratkilometern zu den am
dichtesten bebauten Großstädten Deutschlands. Nimmt man
das Umland Münchens hinzu, dessen Einwohnerzahl in den letzten
Jahren überproportional gestiegen ist, so leben in diesem Ballungsgebiet
2,5 Millionen Menschen. Knapp eine Million Fahrzeuge überquert
täglich die Münchner Stadtgrenze. Auf der Durchfahrt oder
im Binnenverkehr legen Kraftfahrzeuge täglich etwa 20 Millionen
Kilometer im Münchner Straßennetz zurück, allein
2,7 Millionen Kilometer davon auf dem Mittleren Ring.
Diese wichtigste Verkehrsader
der Stadt soll nach einem Bürgerentscheid aus dem Jahr 1996
bis zum Jahr 2011 in weiteren Abschnitten kreuzungsfrei ausgebaut
werden: Seit Juli 2002 ist der neue Petueltunnel eröffnet.
Die Baumaßnahmen für den Tunnel an der Richard-Strauss-Straße
im Münchner Osten haben bereits begonnen, der Bau des Tunnels
am Luise-Kiesselbach-Platz im Münchner Südwesten beginnt
zeitversetzt. Diese beiden Projekte im Münchner Osten und Südwesten
verursachen Kosten in einer Höhe von etwa 600 Millionen Euro
und sollen bis zum Jahr 2011 abgeschlossen sein.
Der Kraftfahrzeugbestand ist
in den vergangenen Jahren weiter angestiegen. Derzeit sind in München
rund 840.000 Kraftfahrzeuge gemeldet, im Umland weitere 890.000.
Trotzdem konnte die Gesamtfahrleistung seit 1993 nahezu konstant
gehalten werden (nur + 3º% am Isarschnitt und an der Stadtgrenze).
Dies spricht dafür, dass die Münchner und die Bürgerinnen
und Bürger im Umland zwar nicht auf das Auto verzichten, aber
sich doch vermehrt umweltverträglich mit öffentlichen
Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rad bewegen.
Einen großen Teil der Mobilität ermöglichen die
öffentlichen Verkehrsmittel. Zusätzlich zum S-Bahn-Netz
gibt es in München acht U-Bahn-Linien, zehn Trambahnlinien
und 75 Buslinien. Für diese Verkehrsmittel werden pro Tag rund
1,8 Millionen Fahrten registriert.
Dreh- und Angelpunkt Münchens ist die Altstadt. Hier gibt es
heute über 80.000 Arbeitsplätze und rund ein Drittel der
Gesamtverkaufsfläche der Stadt. Am Hauptbahnhof und am Marienplatz
treffen sich alle S-Bahnen mit den acht U-Bahn-Linien. Am Altstadtring
kreuzen alle Trambahn-Linien. Das Taktangebot bei der S-Bahn wird
derzeit durch einen Ausbau der Signalisierung im S-Bahn-Tunnel weiter
verdichtet, ein zweiter S-Bahn-Tunnel soll noch gebaut werden, eine
Express-S-Bahn zum Flughafen ist vorgesehen.
Auch das Fahrrad trägt
nach konsequentem und kontinuierlichem Ausbau des Radwegenetzes
in den letzten Jahren zur Erreichbarkeit der Innenstadt bei. München
hat für eine Großstadt einen erfreulich hohen Radverkehrsanteil
von 13 Prozent am Gesamtverkehr. Seit 1993 wird ein stadtteilübergreifendes
Netz von Fahrradrouten für das gesamte Stadtgebiet realisiert.
Heute umfasst es Radwege mit einer Gesamtlänge von 700ºKilometern.
Die Routen verlaufen ausgehend vom Marienplatz sternförmig
zu den Stadtteilen am Rand des Stadtgebietes. Sie sollen durch zwei
Ringrouten verbunden werden.
Zu einem attraktiven Radverkehr
gehören auch attraktive und gut erreichbare Radabstellanlagen.
Die Stadt München besitzt heute rund 22.000 Fahrradständer
an zahlreichen Standorten. Dazu kommen ungefähr 20.000 Bike-and-Ride-Plätze
an U- und S-Bahnhöfen. Weitere 20.000 Bike-and-Ride-Stellplätze
finden sich an den Bahnhöfen im Umland.
Nur durch Integration und Vernetzung vor allem der umweltfreundlichen
Verkehrsarten wird es in München in der Zukunft gelingen, den
Gesamtverkehr stadtverträglich zu organisieren. Der Verkehrsentwicklungsplan
stellt die Grundlage für die zukünftige Verkehrsentwicklung
in München dar. Weitere Projekte wie Mobinet, das Parkleitsystem
Altstadt und auch der Radlstadtplan sollen dazu beitragen, dass
in München ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem motorisierten
Individualverkehr und dem Umweltverbund herrscht.
|